So geht erfolgreiche Baustellenabwicklung
00:00:06: Herzlich willkommen zum Podcast, so geht der erfolgreiche Baustellen-Abwicklung.
00:00:10: Deinen
00:00:10: Podcast rund um Kooperation und respektvolle Kommunikation auf der Baustelle für eine erfolgreche Baustellentwicklung.
00:00:19: Und ich darf immer noch mit Andreas Höhl zusammensitzen.
00:00:23: Servus Andreas!
00:00:24: Servus Stefan
00:00:26: Der zweite Teil unseres Interviews und wir haben ja im ersten Teil darüber gesprochen, dass du JUSS studiert hast weil Du nicht streiten möchtest.
00:00:35: Und genau darum soll es jetzt gehen, weil Deiner Funktion als Leiter der Bauwirtschaft und Baurechtsabteilung
00:00:42: bist
00:00:42: du mittlerweile gern gesehener Gastvorgericht und kannst natürlich da einige Erfahrungen die wahrscheinlich teilweise auch nicht so schön waren in deinem Erfahrungsschatz zählen.
00:00:55: und deswegen meine erste Frage an dich zu diesem Thema.
00:00:59: Was ist aus deiner Erfahrung der letzten Jahre, der häufigste Grund warum es tatsächlich zum äußersten kommt?
00:01:05: Warum sich zwei Parteien so dermaßen nicht mehr riechen können dass sie diesen letzten Schritt gehen und ein Gerichtsverfahren anstreben?
00:01:19: Ja Stefan!
00:01:19: Es ist wie schon bei unserem letzten Podcast erwähnt habe meine absolute Überzeugung oder meine Intention gewesen, warum ich Rechtswissenschaften studiere.
00:01:33: Dass sich nicht streiten will oder streit so weit wie möglich verhindern möchte.
00:01:39: Warum gehen Leute soweit?
00:01:41: Dass es zum Äußersten kommt und dass man sich Probleme nicht mehr von Angesicht zu Angesichts ausreden kann.
00:01:51: Es geht sehr oft wie immer ums liebe Geld.
00:01:56: Auf der Baustelle wissen wir beide sind sehr viele unter Anführungszeichen Alphatiere am Weg, weil jeder Bauleiter oder jeder Projektleiter ist ja deswegen an dieser Position oder an dieser Stelle angelangt.
00:02:08: Weil er gewisse Kompetenzen und gewisse Stärke in der Persönlichkeit an den Tag legt.
00:02:15: Und es ist halt dann schon sehr oft für solche Alphatiere oder für solche starken Persönlichkeiten eine Hemmschwelle Schwächen einzugestehen auf das Gegenüber zuzugehen, um eine Lösung zu finden von der man vorher stur behauptet hat dass man im Recht
00:02:34: ist.
00:02:36: Das heißt deiner Aussage jetzt zu folgen?
00:02:41: Der Hauptgrund für
00:02:44: wirklich
00:02:45: dass es zum Äußersten kommt ist die Persönlichkeit von den beiden Protagonisten die einfach auf Grund dessen dass sie so überzeugt sind von ihrer Meinung nicht mehr die Kompromissfähigkeit besitzen?
00:03:00: In gewisser Art und Weise ja, gebe ich da Recht.
00:03:04: Es werde aber auch sehr oft der Fall sein dass die handelnden Personen im Hintergrund vorgesetzte andere Entscheidungsverantwortliche haben möglicherweise Institutionen im Hintergründ vor denen sie sich rechtfertigen müssen und sich deswegen denken
00:03:22: war
00:03:23: diese Entscheidung triffe jetzt vielleicht nicht?
00:03:27: die überlasse ich einer Ebene höher oder einer anderen Institution, um mir mittler- oder langfristig das Leben nicht schwerer zu machen als es ohnehin sein müsste.
00:03:40: Das ist ja der klassische Fall.
00:03:42: oder dass sich doch bei Großprojekten der Bauherr gerne mal auf den Rechnungshof zurückzieht und
00:03:48: so
00:03:51: kann ich nicht weil da kriege ich eine vom Rechnungshof auf dem Deckel.
00:03:56: Wie siehst du das?
00:03:57: Also meine Erfahrung ist schon auf beiden Seiten, dass sich das immer mehr in die Richtung sich vor höheren Instanzen zu verstecken.
00:04:06: Sei es auf der Firmenseite irgendwelche internen Revisionen oder auch die Vorgesetzten-Chefs oder wer auch immer sei's auf der Bauernseite Auch interne Revision und den Rechnungshof.
00:04:19: Das heißt wie wir es früher hatten, wo die Karten zurückgehend, wo wirklich da Projektleiter auf der Bauherrnseite und Bauleiter sich die Dinge ausgeredet haben, alle Entscheidungen getroffen haben.
00:04:32: Das hat sie sehr gewandelt oder?
00:04:37: Die Beobachtung und auch die Erfahrung zeigt uns genau dieses Bild.
00:04:46: Wir haben in den vergangenen Jahren oder wie du richtig sagst in den Jahrzehnten ganz klar eine Entwicklung verfolgen können, dass der starke Entscheidungsstärke entscheidungsfreudige Mensch eher die Minderheit wert und man sich irgendwo hinter Fassaden oder Vorschriften Richtung was auch immer zu verstecken versucht um noch ja keinen Fehler zu machen wenn man eine Entscheidung trifft.
00:05:19: Und genau dieses Jahr das schlimmste für ein Projekt und auch das Schlimmste im Miteinander auf der Baustelle keine Entscheidungen zu treffen.
00:05:28: Es ist keine Entscheidung so schlimm wie eine nicht getroffene Entscheidung, also eine falsch getroffe Entscheidung ist aus meiner Wahrnehmung und Erfahrung immer noch besser als eine nichtgetroffenne Entscheidung weil die am Ende des Tages zu nix
00:05:44: führt.".
00:05:45: Und das ist auf meiner Sicht ein riesengroßes Problem diese Angst dass?
00:05:50: ich glaube sowieso dass die Angst bei uns in der Branche eines der größten Probleme Und ich kriege es auch immer wieder mieter auf der Bauherrnseite, was dafür eine Angst vor diesem Rechnungshof besteht.
00:06:02: Das ist für ein Projekt nicht zuträglich weil du sagst genau wie du sagest dass nicht getroffene Entscheidungen fürs Projekt das schlimmste überhaupt sind und die Angst davor eine falsche Entscheidung zu treffen.
00:06:17: Und es kommt dann irgendwer ein, zwei, drei Jahre später dahin und sagt du hast aber da eine falschere Entscheidung getroffen.
00:06:24: Diese Angst dvor hemmt diese Entscheidungsfreudigkeit.
00:06:28: Die Frage ist, die ich mir schon die ganze Zeit stelle oder über viele, viele Jahre hinweg stelle wie kommen wir aus dieser
00:06:35: Angst heraus?
00:06:38: Ja das ist eine sehr gute Frage.
00:06:43: wenn's da ein Patentrezept gäbe
00:06:47: Dann darf man
00:06:48: beide nicht durchsetzen.
00:06:49: Das ist richtig!
00:06:52: Nur es ist ja nicht nur ein Thema am Bau oder in der Bauproche an und für sich, das ist ja ein gesellschaftliches Thema wo sich die Gesellschaft hin entwickelt und hingewandelt hat.
00:07:02: also ich glaube da jetzt dieses Inselprobleme oder dieses abgekapselte Problem bei Baubrojekten zu sehen wäre hier völlig verfehlt und wäre ja unzutreffend.
00:07:16: Die Patentlösung
00:07:18: gibt's
00:07:18: aus meiner Sicht im Moment auch noch nicht Weil stehen und fallen wird das Ganze immer mit den handelnden Personen.
00:07:28: Und mit den Argumenten, wie man Entscheidungen trifft und wie man sich dann schlussendlich auch rechtfertigen kann.
00:07:38: Zwei Ebenen wieder einmal die eine Ebene, dass ist die gesellschaftliche Entwicklung über die ich gern mit dir sprechen möchte weil da habe ja provokante These für dich als Juristen.
00:07:49: Und
00:07:49: die
00:07:50: zweite Ebene ist die persönliche, der handelnden Personen.
00:07:53: Zunächst einmal die Phonometer-Ebene betrachtet.
00:07:58: Wir haben ja eben genau das Problem herausgearbeitet, dass nicht nur in einer Baubrosch sondern dass es ein gesamtgesellschaftliches Thema ist, dass die Verantwortung für Entscheidungen immer weniger wird, die übernommen wird.
00:08:11: Hat das nicht auch mit der Erscht... Immer stärker werden den Juristerei in unserer ganzen Gesellschaft und natürlich auch in der Branche
00:08:20: zu tun.
00:08:21: Ich spreche jetzt gegen meine Zunft, gegen meine Profession...
00:08:27: Du bist Baunschner!
00:08:28: Aber
00:08:30: ich gebe
00:08:31: dir zu einem gewissen Maße recht.
00:08:33: die Überregulierung und über die Regulatorien, die uns aufheiligt werden machen.
00:08:41: Die fördern das natürlich dass sich die Leute immer weniger Entscheidungen treffen trauen dass sich Beteiligte immer weiter zurücklehnen und warten bis wir anderer Verantwortung übernehmen.
00:08:54: Und das Ergebnis sehen wir ja tagtäglich!
00:08:56: Das Ergebnis sehen man tagtäglich auf unserem Baustellen, das sehen wir aber nicht nur wie du richtigerweise gesagt hast auf unseren Bauställen sondern gesamtgesellschaftlich.
00:09:03: Das heißt, wir bräuchten wirklich ein Umdenken gesamt- gesellschaftlich das sich natürlich dann auch auf die Baubranche auswirkt dahingehend dass man sagt okay wir wollen die Eigenverantwortung der Menschen stärken Wir vertrauen auf die Menschen als meiner Sicht ein großes Thema des Vertrauens untereinander auf die Kompetenzen der Menschen und bauen diesen Bürokratiewahnsinn diesen Vorschriften Wahnsinn immer mehr ab und schauen, dass man nicht gleich sofort sich hinter einem Juristen versteckt.
00:09:36: Der dann versucht irgendwie die Dinge gerade zu begen.
00:09:39: also das ist die Metaperspektive, die wir mir zwar hier nicht ändern können.
00:09:44: Die andere Ebene werden wir auch nicht ändern könnten aber vielleicht den einen oder anderen Denkanstoß liefern weil das ist eine persönliche Ebene formt die Kultur in unserer Gesellschaft, die Persönlichkeiten logischerweise und wir werden sozialisiert und werden zu diesen Menschen gemacht, die wir nun mal sind.
00:10:06: Und da spielt unsere Kultur eine riesengroße Rolle!
00:10:09: Nur trotzdem glaube ich schon dass wir als Menschen, als Persönlichkeit auch an uns arbeiten können und gewisse Kompetenzen entwickeln können und dazu gehört auch Entscheidungsfreudigkeit.
00:10:25: anschauen oder wenn ich mir überlege, welche Kompetenzen das dann notwendig sind.
00:10:30: Oder wären um einen Projektleiter auf der Bauernseite oder einem Bauleiter auf die Firmenseite entscheidungsfreudiger zu machen?
00:10:39: Was glaubst du?
00:10:40: braucht es dass die Leitwieder trauen sich auf ihre Kompetenz zu verlassen und sich darauf zu verlassend?
00:10:49: die Entscheidung die passt schon beziehungsweise zumindest Die Entscheidung ist besser als gar keine Entscheidung.
00:10:56: Du hast es in deiner Frage jetzt eher schon vorweggenommen.
00:11:00: Die persönliche Kompetenz ist natürlich wichtig und die Entscheidungsfreude muss gefördert
00:11:06: werden, aber
00:11:08: dass die Menschen diese Komp...die persönlichen Kompetenzen wieder haben brauchen sie auch die fachliche Kompatienz im Hintergrund weil nur die kann ihnen Sicherheit geben das die Entscheidungen die sie treffen die im Moment richtigen für dieses Projekt sein werden.
00:11:25: Und da bin ich überzeugt, dass Bauwirtschaftliche, technische, bauvertragliche oder juristische Kompetenz ein massgewender Gamechanger sein können.
00:11:37: Also je besser die Ausbildung
00:11:39: ist,
00:11:39: je fundierter und sattelfester die handelnden Personen mit diesen Themen umgehen können, desto eher werden sie Entscheidungen treffen und zu den Entscheidungen
00:11:51: stehen.".
00:11:52: Ganz spannender Punkt.
00:11:53: Wir kümmern uns ja, indem wir gemeinsam ein Bauwirtschaftsseminar veranstalten.
00:11:59: auch darum aber finde ich einen ganz spannenden Punkt weil ein psychologisches Thema das beste Mittel gegen Angst ist.
00:12:09: Kompetenz tatsächlich.
00:12:11: Das ist psychologisch gut untersucht und nachgewiesen.
00:12:15: Und meine Frage dazu glaubst du denn bzw anders ausgedrückt?
00:12:21: glaube ich augenscheinlich, dass in den letzten Dekaden die Streitereien auf der Baustelle zugenommen haben.
00:12:31: Oder siehst du das anders?
00:12:36: Ich kann jetzt nur aus meiner Erfahrung sprechen wenn ich jetzt an zwei oder drei Jahrzehnte zurückgehen darf wo mein Vater-Bauliter war.
00:12:49: Da bin ich überzeugt.
00:12:52: Der Umgang zwischen den handelnden Personen und zwischen den Projektbeteiligten ein ganz anderer.
00:12:57: Mein Vater hat zum Beispiel ewig lang nie verstanden, warum es denn in einer Baufirma Leute wie mich geben muss.
00:13:04: Bei einer Baufirma muss man anbauen, da muss man betonieren Da muss man schon, dann muss man planlesen können.
00:13:08: Da braucht man keine Baragrafen, da braucht man auch keine bauwirtschaftlichen Berechnungsmodelle weil man geht hin, fliegt vielleicht mit den Köpfen zusammen aber am nächsten Tag sind die Wolken wieder verzogen Man kriegt wieder gut miteinander aus und man arbeitet weiter.
00:13:26: Das ist wahrscheinlich geht ein Heer mit dem gesellschaftlichen Wandel, dass das heute leider nicht mehr so ist.
00:13:35: Die handeln bei Personen, die beteiligten, die Player- und die ganzen Rahmenbedingungen sind andere geworden.
00:13:41: Und ich wollte eigentlich fragen, ob denn deiner Meinung nach die Bauwirtschaftlich-Bauvertragliche Kompetenz in den letzten Likaten schlechter geworden ist.
00:13:49: Aber deine Aussage sorgt jetzt ganz klar, das ist völlig irrelevant weil früher hast du es einfach nicht braucht in dem Ausmaß.
00:13:56: Das war erst!
00:13:57: Wichtig ist, aufgrund der Rahmenbedingungen wie sich das alles in den letzten zwei, drei Jahrzehnten entwickelt hat.
00:14:04: Ist dass wir mehr Kompetenz mittlerweile benötigen weil es einfach diese Entwicklung gegeben hat oder?
00:14:11: Wir benötigten mehr Kompedenzen breiter gefächerte Kompetenzen um bestehen zu können und Schritt halten zu können.
00:14:21: von dem bin überzeugt.
00:14:23: Das ist natürlich eine harte Aussage.
00:14:26: Das Bauingenieurstudium gilt sowieso schon nicht als das leichteste Stadik etc.
00:14:31: Und zu diesem technischen Ahau, der sehr vorwiegend auf der Uni und auch in der HTL vermittelt wird brauchen wir jetzt eigentlich noch ein viel viel fundierteres baufertragliches Wissen dass meiner Einschätzung nur schwer in der Schule oder Uni vermitteln kann weil ich diese Vergnüpfung zu bestehenden Problemen brauche, um das überhaupt verstehen zu können.
00:14:54: Ich habe in der HTL wenn ich mich zurückgeändert in meinem Jahr wo ich mein Ausflug als HTL Lehrer gemacht hab, wenn ich denen was von der ÖNOM verzeiht hab die haben mir geschaut mit großen Augen, weil du das einfach nicht verknüpfen kannst und du kannst es noch nicht verstehen.
00:15:07: Das heißt wir brauchen eigentlich mehr bauwirtschaftliche Bauvertragliche Weiterbildung in der beruflichen Entwicklung
00:15:17: oder?
00:15:18: begleitend zur beruflichen Weiterbildung, zur Entwicklung in der täglichen Arbeitswelt.
00:15:27: Die ja sowieso schon gespickt ist mit technischen Herausforderungen.
00:15:32: aber ich bin schon der Meinung dass genau diese Punkte entscheidend sein werden oder entscheiden sein können um die Kultur den Umgang miteinander
00:15:43: zu verbessern.
00:15:44: Also die eine Basis ist sicherlich die bauwirtschaftliche Kompetenz haben wir gerade rausgearbeitet, findet klar spannend.
00:15:50: Und die andere Ebene meiner Einschätzung nach ist es ja schon oft so dass sich bei den handelnden Personen wird ergeben, die Emotionen gehen hoch und irgendwann kommen nicht einmal nur die einfachsten Sachen auf der Baustelle gemeinsam lösen weil man sie einfach nicht mehr riechen kann.
00:16:12: Und die Erfahrung, noch aus der immer mal wieder die eine oder andere Geschichte erzählt im privaten Gespräch.
00:16:18: Ich glaube das ist auch deine Erfahrung dass es zu vielen Gerichtsverfahren oder zu vielen Streitigkeiten zu denen du dazukommst gar nicht kommen müsste umgeachtet der bauwirtschaftlichen Kompetenz wenn die Menschen einfach anders miteinander umgehen würden wenn sie mal von ihrer Meinung zurücktreten könnten und keine Kompromissfähigkeit hätten.
00:16:48: Ich bin einerseits sehr stolz auf das Tun-und-Handeln, dass wir so tagtäglich setzen weil wir gemessen an unserem Umsatz sondern da an der Anzahl an abgewickelten Bauvorhaben sehr wenig streitige Verfahren vor Gericht austragen müssen.
00:17:06: ich führte es darauf zurück, dass wie in der letzten Folge schon gesagt habe Techniker und Juristen in einer Abteilung beieinander sitzen, um an einer Lösung arbeiten und nicht den Krieg vorbereiten.
00:17:18: Natürlich muss man den Kriegsvorbereiten, um das eine oder andere Mal zum Ziel zu kommen aber in aller Regel schaffen wir es Entscheidungen herbeizuführen bevor wir vor Gericht
00:17:31: ziehen müssen.
00:17:32: Das heißt der normale Ablauf ist bei euch irgendeiner Bauleiter oder ein Projektleiter von euch kommt zu dir oder zu deiner Abteilung und sagt, hey ich habe da ein Problem das sich auf der Baustelle nicht mehr lösen kann.
00:17:48: Wie schaut es normalerweise aus bzw wann ist der Zeitpunkt?
00:17:53: Und es gibt ja auch oftmals die Sichtweise – und das wird ja auch von Konzernen oder Bauindustrie gerne mal gemacht dass der Bauwirtschaftler oder vielleicht sogar der Jurist während der Bauestelle bei größerem bereits dabei sitzt um genau diesen Punkt nicht zu verpassen weil eben auf der Bauleiterebene vielleicht die Kompetenz nicht da ist, die Emotionen hochwallen oder sonst was.
00:18:17: Das heißt bei euch ist ja das im Regelfall nicht so wie ich weiß sondern irgendwann ist der Zeitpunkt da wo der Bauleiter sagt, da kann ich jetzt nicht mehr drüber, bitte lieber an die Hilfe mir!
00:18:27: Wie ist der Prozess bei euch bzw wann ist der Punkt da?
00:18:32: Oder gespürst es selber?
00:18:34: oder wie kann man das vorstellen?
00:18:37: Da gibt's keinen richtigen oder falschen Punkt des Licks.
00:18:41: Wie immer, einzelfallabhängig und individuell zu beurteilen.
00:18:45: Aber es liegt in der Regel am gespürtes Bauleiter wie weit traue ich mich oder ob?
00:18:50: wann suche ich Hilfe?
00:18:53: Suche ich Unterstützung?
00:18:55: Die Hilfe kann ausschauen dass er sich in der Kaffeeküche mit mir kurz rückschlägt Und fragt wie siehst du das?
00:19:02: Das kann man aber auch viel weitergehen.
00:19:04: Ich bin schon ein Verfechter und auch ein absoluter Befürworter Davon.
00:19:09: wenn ein Punkt erreicht ist wo die Emotionen überhand nehmen, sich der Bauleiter zurückziehen sollte und wieder auf die Kernkompetenz Bau zu leiten.
00:19:20: Und technische Probleme zu lösen konzentrieren soll und soll dann die Lösung komplexerer Themen oder bereits hochgekrachter Themen einem Spezialisten oder einem Außenstehenden, der vielleicht nicht so emotionalisiert in dem Projekt drin ist, überlassen.
00:19:38: Das funktioniert ganz gut!
00:19:41: Ausnahmen bestätigen die Regel, aber im Großen und Ganzen gibt uns der Weg recht.
00:19:47: Würdest du sagen dass die Bauleiter eher zu spät zu dir kommen oder zu euch als Abteilung
00:19:54: kommen?
00:19:55: Das darf ich so nicht pauschal behaupten!
00:19:58: Es gibt natürlich welche die versuchen Probleme solange wie möglich selbst zu lösen und keinen Staub aufzuwirbeln.
00:20:06: Es gibt natürlich auch die anderen, die übervorsichtig sind und bei jeder Kleinigkeit daherkennen.
00:20:10: Aber im Großen und Ganzen muss ich da schon eine Lanze brechen für die Nachwuchskräfte.
00:20:20: Die haben da recht ein gutes Spiel.
00:20:22: Wie weit kann ich selbst gehen?
00:20:23: Und ab wann ist es besser sich professionelle Unterstützung zu holen wie auch immer die ausschaut?
00:20:29: Das
00:20:30: macht ja absolut Sinn!
00:20:31: emotionale herauszunehmen, dass ich wirklich den Fokus auf die Baustellenabwicklung lege.
00:20:37: Es gibt nichts Schlimmeres wenn neben diesen wirtschaftlichen Streitigkeiten auch noch die Qualität darunter leidet weil dann haben wir nämlich wirklich ein Problem an zwei Seiten und zwei
00:20:45: Ebenen.
00:20:46: Na ja und man verliert sich da relativ einfach in Themen die gar nicht notwendig sind oder denen zum Erfolg des Projektes beitragen und das bleiben wir auf der anderen Seite dann Kernkompetenzen oder wichtige Entscheidungen auf der Strecke.
00:21:00: Die hat dann untergehen.
00:21:01: Genau so ist es.
00:21:03: Und wenn's jetzt wirklich mal zum Äußersten kommt, dann ist es ja so, mich interessiert das wieder wie dann?
00:21:09: dieser Prozess ist also nicht ein Gerichtsprozess sondern der Ablauf.
00:21:13: wieso was von vonstatten geht?
00:21:15: Es ist ja so dass du kein Anwalt bist.
00:21:18: Du musst nur weil du just studierst Bist du ja kein anwalt?
00:21:21: Denkst du dir ja, äh musst du ja, wer ist das?
00:21:26: Zughafen und ähm.
00:21:29: das heißt Wenn es wirklich so weit kommt und ein Gerichtsverfahren im Raum steht, ob es ihr Kleger seid oder beklagt seid, sei da hingestellt.
00:21:37: Dann nimmt sie euch einen
00:21:38: Rechtsbeistand
00:21:40: für die Zeit vor Gerichten.
00:21:41: Und diese Vorbereitung in der gibst dann du sehr viel Know-how mit ein weil du natürlich diese Doppelkompetenz in dir vereinzt, Seite, diese technische Bauwirtschaftliche Seite auch kennst und du arbeitest dann sehr eng mit diesem Anwalt zusammen um die beste Strategie für das Verfahren auszuarbeiten.
00:22:09: Genau so ist es!
00:22:11: Ich habe auch die Erfahrung gemacht in den letzten Jahren dass Techniker und Juristen oft
00:22:16: von
00:22:17: der gleichen Sache reden aber was völlig unterschiedliches meinen oder genau umgekehrt.
00:22:23: und da hab ich dann festgestellt das wertvollste im diesem Vorgang ist ein Dolmetscher, der beide Seiten irgendwo aufeinander zuführen kann und der dem Juristen ein technisches Problem so erklären kann dass er es versteht.
00:22:38: Und dem Techniker eine juristische Notwendigkeit oder ein juristisches No-Go so erklärt das auch.
00:22:43: er versteht warum man das jetzt gerade nicht machen soll oder warum das jetzt genau notwendig ist.
00:22:50: Die Begleit dieser Verfahren die wir führen müssen dann in aller Regel persönlich mit dem beauftragten Anwalt, habe wie du zuerst schon gesagt hast auch die Ehre ob sie rümlich ist oder nicht das öfteren Vorgericht zu erscheinen und da halt als Vertreter des Klägers oder der Beklagten dabei zu sein.
00:23:18: Weil es geht ja dann noch weiter?
00:23:19: Die eine Ebene ist diese Vorbereitungsphase und dort diesen Dollmatcher zu spielen, aber es ist ja wahrscheinlich dann auch vor Gericht wahnsinnig wertvoll wenn du deine Dollmatcher-Fähigkeiten
00:23:34: auch
00:23:35: anwenden kannst um dem Richter etwas zu erklären weil der ist ja nun mal Jurist und hat technisch einfach keinen Background
00:23:43: nicht.
00:23:44: Du weißt das ja selber ganz gut!
00:23:45: Der Richter bedient sich in aller Regel eines Sachverständigen und der Sachverständige der technisch alles aufbereitet und für den Richter vorbereitet.
00:23:55: Und als Beteiligter im Verfahren oder als Anwesender in Verhandlungssuche sprichst du heute mit dem Sachverständigen ganz anders, wenn Du die gleichen Worte, die gleichen Termine verwenden kannst wie dieser Sachverständige, der dem Richter die Problematik mundgerecht aufbereiten
00:24:14: muss?
00:24:16: Weil Du wieder genau dieses Thema hast, Du sprichest von Techniker zu Techniker.
00:24:20: Genau!
00:24:21: Das heißt Dir dann... quasi, wenn du als Techniker andere Fragen stellst wie als Jurist.
00:24:27: Dann ist ja auch da wieder was man vorher geredet haben die Kompetenz, wie man miteinander redet sehr entscheidend weil wir haben vorher herausgearbeitet das auf der Baustelle Ebene auch das Thema Kompetenzen.
00:24:45: Aufgrund der Bauwirtschaft und dem Bauvertrag in Kompetence, wie ich miteinander rede auf welchem Niveau in Anführungszeige mit einander spreche einen sehr großen Unterschied ausmacht und das zieht sich dann quasi auch durch Vorgericht.
00:24:58: Vollkommen richtig!
00:24:59: Das ist ja total spannend, d.h.
00:25:02: im Endeffekt Kompetenz.
00:25:04: je mehr Kompetenz, je mehr fachliche Kompetenzie ich habe, desto gut.
00:25:09: Ich möchte aber trotzdem noch auf die kommunikative Kompetence kommen, auf die komunikative Fähigkeit.
00:25:17: Welcher Rolle müsst du dabei?
00:25:19: Weil ich habe dich kennengelernt, ich weiß dass du kommunikativ und argumentativ sehr stark bist.
00:25:25: Kann ich mich noch erinnern das warst Du schon immer auch auf unserer gemeinsamen Baustelle konnte mir sehr gut erinneren Dass du Dich ja sehr gut auszudrücken weißt Und dass du die deine Argumentation sehr zielgerichte zuspitzen kannst.
00:25:43: Wie glaubst du auch hat sich deine Fähigkeit, diesbezügliche Fähigkeiten durch das Juststudium verändert bzw.
00:25:51: wahrscheinlich verbessert?
00:25:55: Verändert bin ich der Meinung.
00:25:57: ist der richtige Weg oder der richtigere Ausdruck verbessert weiß ich jetzt gar nicht.
00:26:05: er geht in eine andere Richtung und die Fähigkeit hat andere Wertigkeiten, andere Anknüpfungspunkte erlangt.
00:26:17: Ich bin der Überzeugung, dass derjenige, der schlussendlich die besseren und stichhaltigeren sachlichen Argumente liefert.
00:26:29: Derjenige sei wert, der am Ende der Diskussion auf der Welle oben schwimmen wird gegenüber demjenigen, der hat seine Argumnte lauter bringt weil nur laute Argumte sprich emotionalisierte Argummente zerplatzen irgendwann.
00:26:48: Also das ist immer meine Überzeugung gewesen, wie du richtig sagst in der Bauliter-Tätigkeit schon auf der Baustelle
00:26:55: und
00:26:56: das sehe ich heute noch ganz genau gleich so.
00:26:59: Und deswegen ist es mir ein Anliegen oder der Anspruch an mich selber und auch an mein Team in der Abteilung, dass auf Sachverhalts-Ebene ordentlich gearbeitet wird, ordentlich aufgearbeitet werden, ordentlicht argumentiert werden, Sticheleien oder Spitzfindigkeiten wegzulassen und auch einfach klar- und geradlinig durch zu argumentieren.
00:27:25: Das hat zwei Ebenen, die schon wieder verfolgen uns beide in dem Gespräch.
00:27:33: Die Ebene der Kompetenz dürfen wir jetzt ausführlich besprochen haben aber auch die Ebene der Fähigkeit, die sachlich richtigen Argumente so dazu bringen dass da anderes hier auch versteht und ich glaube das ist eine Fähigkeiten Mit der sind viele oder manche nicht gesegnet und da können sie bauwirtschaftlich noch so kompetent sein, wenn ich dann nicht in der Lage bin das zu vermitteln und rüberzubringen.
00:28:01: Und eine logischen Argumentationskette dem anderen zu verkaufen und den der Kette hin-und her springe, sodass der andere verwirrt ist und meinen Gedanken gar nicht folgen kann, dann bringt mir die beste bau Wirtschaftliebaufertragliche Kompetenz
00:28:15: nix.
00:28:17: Logisch muss die Argumentationskette sein und vor allem sie muss auch schlüssig sein, wie du richtig sagst.
00:28:22: Das ständige Hin-und-Herspringen bei jeder Möglichkeit nach rechts oder links abzubiegen und alle Eventualitäten mit einzubeziehen um nur ja keinen Fehler zu machen oder nur ja jede Möglichkeit irgendwie auszuschöpfen wird schlussendlich nicht der Weg zum Ziel sein.
00:28:41: Ich bin der Überzeugung je geradliniger ich wiederhol' mich Und je verständlicher sie ist, desto besser wird sie sein und desto eher wird man zum Ziel gelangen.
00:28:53: Jetzt hast du vorher noch etwas ganz Spannendes angesprochen was ich extrem wichtig finde.
00:29:00: Du schaust darauf in deiner Abteilung das Schlüssig argumentiert wird und dass keine Stiche leihen oder Untergriffigkeiten des Legitäts im Mund aber so in die Richtung gehen irgendwo verpackt sind, weder in Schriftform nämlich an noch in einer Vertragsbesprechung verbal.
00:29:21: Ganz wichtiger Punkt wie siehst du das auf beiden Seiten deine Erfahrung?
00:29:28: Wie viel wird gestichelt?
00:29:29: Wie viele deplatzierte Aussagen sind oft Am Beteilig dabei, dass die Emotionen hochkochen.
00:29:40: und sollte es nicht jeder seine Verantwortung wahrnehmen.
00:29:45: Und sich immer wieder selbst reflektieren und schauen wie bringe ich denn bestimmte Dinge rüber?
00:30:07: Solche und solche Player, Heißsporene gibt es da.
00:30:10: Heißsporne gibt's auf der anderen Seite.
00:30:12: Und insofern so lange Menschen am Handeln sind und Menschen beteiligt werden, wird das immer wieder geben.
00:30:19: Mal mehr, mal weniger... ...und es wird unweigerlich immer wieder zu
00:30:22: dargetreten.".
00:30:24: Das heißt an seiner Fähigkeit der Widerstandsfähigkeit, der Resilienz arbeiten, in der Lage zu sein sowas auch einmal runterzuschlucken ohne gleich Parole zu bieten?
00:30:37: die Emotionen hochkochen zu
00:30:38: lassen.
00:30:39: Parole bieten vielleicht auch auf einer anderen Ebene, mit einem Schmäh das ganze mal zur Kenntnis zu nehmen oder nicht immer sofort mit Bomben und Granaten zurückzufeuern?
00:30:51: Würde uns allen helfen!
00:30:54: Es gibt ein wunderbares Buch von Karin Kuschig, der heißt «Fünfzig Fragen, die dein Leben erleichtern».
00:31:01: Eine Frage davon ist «Wäre Freundlichkeit eine Option für Sie?».
00:31:06: Und das ist noch ein wunderbares Beispiel für so eine Situation.
00:31:13: Stell dir vor, der Bauherkommt mit einer Untergriffigkeit hier und der Bauleiter antwortet ganz lässig.
00:31:18: wäre Freundlichkeit eine Option für dich?
00:31:21: Das wäre retorische Kompetenz
00:31:26: glanzvoll
00:31:26: pariert genauso wie wir uns das vorstellen würden.
00:31:29: Andi!
00:31:30: Danke dir vielmals für diesen zweiten Teil des Interviews.
00:31:34: Ich habe es wahnsinnig spannend gefunden, Einblicke in die... Verfahrensgeschichte zu bekommen, auch Einblicke dahin zu bekommen wie man Streits verhindern kann.
00:31:46: und ich habe es super spannend gefunden dass wir eigentlich herausgearbeitet haben das ein sauberes solides fachliches Fundament viele viele viele Streitigkeiten auf der Baustelle aber auch wirklich Streitigkeiten die zum äußersten kommen verhindert könnte.
00:32:05: Bei meinem Podcast haben wir meine Interviewgäste immer das letzte Wort und deswegen meine Frage an dich, damit verabschiede ich mich auch von dir.
00:32:14: Und bedanke mich recht herzlich für deine Zeit!
00:32:17: Meine Frage an Dich in zehn bis fünfzehn Jahren?
00:32:20: Wie sieht die Baubrosch steiner Meinung nach auszeichne eine Utopie vielleicht auch eine Distopie?
00:32:27: Ich hoffe es ist eine Utopia.
00:32:29: wie stehen
00:32:29: wir als Brosch in fünfzehnt Jahren, zehn bis fifteen Jahren da und was braucht es dazu?
00:32:38: Jetzt darf ich vorab danke sagen, es hat sehr viel Spaß gemacht mit dir dieses Interview zu führen.
00:32:44: aber zurück auf deine Frage.
00:32:46: Wenn ihr das wüsste würde wahrscheinlich nicht hier sitzen, ich hoffe für uns alle dass wir uns in eine positive Richtung entwickeln werden, dass das Bauen wieder die wesentlichen Merkmale der Ringstecken nach vorne kehren kann.
00:33:06: Spass!
00:33:07: Freude an einem Projekt, tolle Ergebnisse.
00:33:11: Ein tolles Miteinander und Bauwerke, egal ob Dundl oder Hochhaus auf die wir stolz sein können.
00:33:19: Das wäre mein Wunsch!
00:33:20: Und wenn ich was beitragen kann dazu
00:33:22: dann werde
00:33:22: ich das machen.
00:33:26: Danke auch nie!